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Gastrokolischer Reflex

Im Kurs davon gehört, in der Praxis überprüft: Gastrokolischer Reflex. Kurze Erklärung: „Wenn oben was rein geht, kommt unten was raus“. Unsere Kleine unterscheidet hier zwischen gestillt werden und Wasser trinken. Während des Stillens macht sie nicht. Nach dem Stillen dauert es meist ungefähr 10-15 Minuten bis sie pieseln muss. Beim Wasser trinken dauert es manchmal nur 2 Sekunden.

Seitdem ich das mit dem Wasser zufällig festgestellt habe (nasse Hose beim Trinken während der Breifütterung) nutze ich es hin und wieder, wenn ich weiß, dass sie jetzt eigentlich muss, sie eventuell sogar selber angezeigt hat, aber keine Lust darauf hat abgehalten zu werden (krabbeln ist ja auch viel lustiger). Dann nehme ich sie über dem Waschbecken mit einem Arm in Abhalteposition und gebe ihr aus einem Glas oder Becher Wasser zu trinken. Wenn sie dann pieselt hört sie meist total überrascht mit dem Trinken auf und schaut nach unten als wollte sie sagen „Was ist das denn? Ich wusste ja gar nicht dass ich aufs Klo muss…“

Übrigens lässt sich das manchmal auch erweitern auf den Satz: „Wenn oben nichts rein will, muss unten was raus“. Dies bedeutet, dass wenn unsere Kleine nichts essen will obwohl sie hungrig sein müsste, es oft hilft sie abzuhalten. Wenn dann nichts mehr drückt, lässt sie sich wieder entspannt füttern.

Abhalten tagsüber…

Beim Abhalten tagsüber kann man unterscheiden zwischen daheim und unterwegs. Auf unterwegs möchte ich gesondert eingehen, daher hier nur etwas zu windelfrei daheim.

Seit unsere Tochter ungefähr 4 Monate alt ist, ist die Pieselfrequenz vormittags höher als nachmittags, so dass die Kleine (je nachdem wie warm es ist) oft nur eine Mullwindel um bekommt oder unten ohne auf einem Handtuch oder der Isomatte spielen darf. Wenn es kalt ist, ziehe ich ihr dazu noch Socken oder kiddylegs an. Alternativ ziehe ich ihr eine Splitpant, eine Baumwollhose oder auch eine Stoffwindel mit Überhose an. Inzwischen liegt bei uns in allen Räumen, in denen ich mich häufiger aufhalte, eine geeignete Ablagefläche für das Baby (Handtuch, Isomatte, Baby-Decke). So ist die Kleine immer in meiner Nähe und ich kann sie leicht abhalten, wenn ich es mitbekomme und gerade Zeit dazu habe.

Signale unserer Tochter sind momentan ungeduldiges, lautes Zetern oder auch Spielzeug fallen lassen und ein starrer, verklärter Blick.

Zum Abhalten gehe ich mit ihr entweder ins Bad oder ich benutze eine ausgediente Rührschüssel oder ihr Asia-Töpfchen.

Und für den Fall dass ich „meinen Einsatz verpasse“ liegt was zum Aufwischen bereit bzw. wird eben ihre Hose/Windel gewechselt. Es gibt gute Tage, an denen wir nur eine Windel brauchen und schlechte Tage, an denen ich (gefühlt) circa 15 Windeln in die Wäsche werfe. Je nach Stimmung und Zustand von uns beiden 🙂

Wochenbett, es klappt ganz gut!

Es ist wirklich erstaunlich – das mit dem Abhalten funktioniert bereits im Wochenbett ganz gut! Die letzten Wochen waren wir zu Hause die ganze Zeit zu dritt (leider ist der Urlaub von meinem Mann nun vorbei) und konnten uns sehr gut auf unsere Tochter konzentrieren.

Wir probierten herauszufinden, was wohl ihre Anzeichen sind mal zu müssen.  Ein Räkeln, ein Knöttern, den Rücken überstrecken… Alles mögliche kam in Betracht, noch dazu recherchierten wir, dass sich auch die Anzeichen ändern können… So vertrauten wir auf unser Gefühl und das Timing. Letzteres entwickelte sich bald als sehr guter Indikator die Kleine mal wieder abzuhalten. Und es klappt! Ein wenige Wochen altes Baby pieselt, wenn man es in der Abhalte-Stellung hält, den Schlüssellaut macht und natürlich den Zeitpunkt gut erwischt hat.

Aber Timing hin oder her – wir meinen auch schon beobachtet zu haben, dass unsere vier Wochen alte Tochter ihr Pippi anhält und sie erst beim Schlüssellaut ihre Blase entleert. Anders ist wohl auch nicht der durchaus starke Strahl und ihr erleichtertes Gesicht danach zu erklären. Wir sind… Quatsch! Wir bleiben begeistert!

🙂