Kategorie-Archiv: Nützliches

Gift in Wegwerfwindeln

Dass Wegwerfwindeln nicht unbedingt ökologisch sind, war mir im Grunde ja schon länger klar. Dazu hatte ich auch schon mal einen Artikel gepostet, den ihr hier findet. Im Januar gab es nun wieder eine aktuelle Untersuchung. In diesem neuen Artikel geht es um eine Studie auf dem französischen Markt. Viele Produkte gibt es bei uns nicht, einen großen Namen aber doch: Pampers! (Man dementiert natürlich.)

Inwiefern einen diese Untersuchung in der Wahl der Windel beeinflusst bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Auf jeden Fall wollte ich euch diese Information nicht vorenthalten. Happy windelfrei!

Windelfrei und Gebärdensprache

Babys kommunizieren von Anfang an – über Körpersprache, Mimik, Gestik und Laute. Je älter sie werden, desto mehr erweitern sie ihr Repertoire. Ab ca. 8 Monaten sind sie in der Lage Zeichensprache zu benutzen, wenn man diese regelmäßig im Zusammenleben mit seinem Baby anwendet. Ich habe mit meiner kleinen Tochter einen Babygebärdenkurs besucht als sie 8 Monate alt war. Wir trafen uns mit der Kursleiterin und den anderen Babys ein Mal pro Woche für sechs Termine, in denen wir insgesamt ca. 60 Gebärden lernten. Unter den Gebärden waren ein paar Tiere (Hund, Hase, Katze, Vogel), aber auch Gebärden für Alltagssituationen wie essen, trinken oder schlafen, heiß, kalt oder müde. Auf Anfrage zeigte uns die Kursleiterin auch die Zeichen für Toilette, Pipi, großes Geschäft und Windel.

baby-390555_1280

Viele Eltern glauben, dass Zeichensprache mit Kindern deren Sprachentwicklung hemmt. Meiner Erfahrung nach ist jedoch das Gegenteil der Fall. Der Vorteil von Zeichensprache mit Kleinkindern ist, dass sie sich schon gut verständlich machen können, bevor sie verbal so weit sind. Auf etwas zu zeigen oder mit den Händen eine Gebärde zu machen ist viel einfacher und früher möglich als zu sprechen. Weitere Informationen gibt es bei Anbietern von Babyzeichenkursen, zum Beispiel hier. Ein Kleinkind, dass sich verstanden fühlt und verstanden wird ist definitiv zufriedener. Wer ein passendes Buch sucht, das hier ist das Buch zu dem Kurs, den ich besucht habe: babySignal – Mit den Händen sprechen: Spielerisch kommunizieren mit den Kleinsten. Dieses Buch wurde auch schon in einigen Facebook-Gruppen empfohlen.

Das Toilettenzeichen kannte ich noch von meiner großen Tochter und hatte es bei der kleinen seit Geburt benutzt. Immer wenn ich sie fragte, ob sie mal auf die Toilette muss, machte ich parallel dazu die Gebärde. Als sie ca. 13 Monate alt war begann sie schließlich mit den ersten Gebärden. Sie zeigt uns seitdem immer mehr und deutlicher, welche Zeichen sie kann und nutzt diese um mit uns zu kommunizieren. Seit ungefähr 2 Monaten kommt nun immer mehr gesprochene Sprache dazu, aber für eine lange Unterhaltung reicht es noch nicht ganz 🙂

Hier noch ein kurzes Video, in dem Babygebärden für Sauberkeitserziehung gezeigt werden:

Back-Ups

Im Zusammenhang mit windelfrei fällt oft der Begriff „Back-Up“. Daher hier mal eine kleine Begriffskunde:

  • Als „Back-Up“ wird bezeichnet, was das (windelfrei-)Baby zum Auffangen der Ausscheidungen um den Genitalbereich an hat.
  • Ein „Back-up“ ist nicht gedacht als tragbare Toilette, sondern als Sicherheit für die Eltern (deshalb auch „Back-Up“), falls sie ein Signal verpassen oder ihr Baby nicht abhalten können (z.B. bei Autofahrten).

Mögliche „Back-Ups“ sind Mullwindeln, Stoffwindeln, Windelgürtel mit Einlagen, Wollaspa oder andere Hosen mit Einlagen (Mullwindel, kleines Handtuch, Stoffwaschlappen oder spezielle Windeleinlagen), aber auch Wegwerfwindeln. Alle bieten für eine gewisse Zeit ausreichend Schutz. Letztere jedoch eignen sich nicht so gut für das Körpergefühl des Kindes, da sie dem Baby kein „Nässegefühl“ geben und den Zusammenhang zwischen „Pipi machen“ und „nass im Schritt sein“ nicht vermitteln und somit das Baby diesen wichtigen Zusammenhang nicht lernt.

Abhalten tagsüber…

Beim Abhalten tagsüber kann man unterscheiden zwischen daheim und unterwegs. Auf unterwegs möchte ich gesondert eingehen, daher hier nur etwas zu windelfrei daheim.

Seit unsere Tochter ungefähr 4 Monate alt ist, ist die Pieselfrequenz vormittags höher als nachmittags, so dass die Kleine (je nachdem wie warm es ist) oft nur eine Mullwindel um bekommt oder unten ohne auf einem Handtuch oder der Isomatte spielen darf. Wenn es kalt ist, ziehe ich ihr dazu noch Socken oder kiddylegs an. Alternativ ziehe ich ihr eine Splitpant, eine Baumwollhose oder auch eine Stoffwindel mit Überhose an. Inzwischen liegt bei uns in allen Räumen, in denen ich mich häufiger aufhalte, eine geeignete Ablagefläche für das Baby (Handtuch, Isomatte, Baby-Decke). So ist die Kleine immer in meiner Nähe und ich kann sie leicht abhalten, wenn ich es mitbekomme und gerade Zeit dazu habe.

Signale unserer Tochter sind momentan ungeduldiges, lautes Zetern oder auch Spielzeug fallen lassen und ein starrer, verklärter Blick.

Zum Abhalten gehe ich mit ihr entweder ins Bad oder ich benutze eine ausgediente Rührschüssel oder ihr Asia-Töpfchen.

Und für den Fall dass ich „meinen Einsatz verpasse“ liegt was zum Aufwischen bereit bzw. wird eben ihre Hose/Windel gewechselt. Es gibt gute Tage, an denen wir nur eine Windel brauchen und schlechte Tage, an denen ich (gefühlt) circa 15 Windeln in die Wäsche werfe. Je nach Stimmung und Zustand von uns beiden 🙂

Die praktischste Erfindung der Welt

Ein Baby-Schlafsack aus Schurwoll-Frottee ist ein gutes Windelfrei-Accessoire für die Nacht. Da unsere Kleine Stoffwindeln ohne Überhose trägt ist der Schlafsack die wasserabweisende „Sicherung“, wenn sie nachts mal muss und wir es verschlafen (eine tolle Eigenschaft von Wolle).

Und wenn wir es mitbekommen, dass sie mal muss, so hat der Schlafsack am Fußende einen großen Reißverschluss, der ein schnelles Abhalten ermöglicht. Wir haben uns für ein ungefüttertes Modell entschieden, das ganzjährig verwendet werden kann. Er ist schön dünn und leicht, das ist super wenn man verreist.

Die cleverste Erfindung der Welt!

Auch wieder aus dem Bereich der Bekleidung ist die Erfindung der sogenannten kiddylegs. Eigentlich ganz simpel und leicht zu beschreiben: Ministulpen für Babys.

Kiddylegs

Helfen tagsüber das Baby warmzuhalten wenn man es untenrum frei auf dem Boden (auf einer Decke, Handtuch, Isomatte o.ä.) strampeln lässt. Und nachts sind sie eine tolle Ergänzung zur Stoffwindel: die Beine bleiben warm und man muss weniger ausziehen wenn man sein Kind abhält.

Die beste Erfindung der Welt!

Es gibt definitiv Dinge, die das windelfrei-Leben leichter machen. Gute Kleidung ist ein wichtiger Punkt. Und hier haben wir eindeutig einen Favoriten: die Latz-Splitpant „Wollaspa“ aus Wollwalkstoff.

Da wir die Hose in braun haben heißt sie bei uns nur „die Bärenhose“. Wollwalk ist von natur aus wasserabweisend und verzeiht daher auch kleine Pannen. In den mit Druckknöpfen versehenen, komplett abnehmbaren Vorlagenhalter legen wir immer eine Mullwindel ein, die notfalls schnell und leicht gewechselt werden kann. Was uns an dieser Hose aber besonders gut gefällt (außer, dass sie niedlich aussieht) ist, dass man sein Kind zum abhalten nicht erst ablegen muss um es auszuziehen, sondern die Hose öffnen und schließen kann wenn man das Baby auf dem Arm hält. Das hilft ungemein, wenn z.B. in einer Gaststätte nur kleine Toiletten sind und kein Wickeltisch vorhanden ist.

Wir haben uns organisiert…

Schon Wochen vor der Geburt hat mein Mann eine tiptop Wickelauflage über unsere Waschmaschine im Bad montiert. Zusammen mit einer maßgeschneiderten, mit weißem Kunstleder bezogenen, Schaumstoffauflage ein super Platz, um unseren kleinen Sonnenschein zu wickeln.

Wie Ihr ja schon wisst, entschieden wir uns schnell für Stoffwindeln. Wir starteten mit italienischen Bindewindeln, die – mit etwas Übung – kinderleicht zum Anlegen sind. In die Windel kann man noch eine saugfähige Einlage legen und eventuell darauf noch ein Vlies (sieht aus wie ein Blatt Küchenpapier). Der Vorteil dieser Bindewindeln ist, dass sie „größen-los“ sind, also mitwachsen. Anfangs klappt man noch den oberen Rand ziemlich weit um, später kann man darauf verzichten. Dazu fördern sie sehr gut die Anhock-Spreiz-Haltung von Babys.

Etwas später haben wir uns noch ein paar Exemplare besorgt, die mit Klettverschluss links und rechts verschlossen und geöffnet werden können. Das System ist das gleiche wie bei den Plastikwindeln, nur landen unsere nicht etwa im Müll und stinken vor sich hin, sondern werden entweder kurz per Hand ausgewaschen oder landen in der Wäsche.

Da wir windelfrei praktizieren landet so gut wie NIE das große Geschäft in der Windel. Bedenken richtig volle Stoffwindeln in die Wäsche geben zu müssen braucht man eher nicht zu haben. Es ist eine sehr saubere Angelegenheit. Stoffwindeln sind mittlerweile eher BackUp als ein Auffangbiotop um den Po unserer Tochter.