Abhalten tagsüber…

Beim Abhalten tagsüber kann man unterscheiden zwischen daheim und unterwegs. Auf unterwegs möchte ich gesondert eingehen, daher hier nur etwas zu windelfrei daheim.

Seit unsere Tochter ungefähr 4 Monate alt ist, ist die Pieselfrequenz vormittags höher als nachmittags, so dass die Kleine (je nachdem wie warm es ist) oft nur eine Mullwindel um bekommt oder unten ohne auf einem Handtuch oder der Isomatte spielen darf. Wenn es kalt ist, ziehe ich ihr dazu noch Socken oder kiddylegs an. Alternativ ziehe ich ihr eine Splitpant, eine Baumwollhose oder auch eine Stoffwindel mit Überhose an. Inzwischen liegt bei uns in allen Räumen, in denen ich mich häufiger aufhalte, eine geeignete Ablagefläche für das Baby (Handtuch, Isomatte, Baby-Decke). So ist die Kleine immer in meiner Nähe und ich kann sie leicht abhalten, wenn ich es mitbekomme und gerade Zeit dazu habe.

Signale unserer Tochter sind momentan ungeduldiges, lautes Zetern oder auch Spielzeug fallen lassen und ein starrer, verklärter Blick.

Zum Abhalten gehe ich mit ihr entweder ins Bad oder ich benutze eine ausgediente Rührschüssel oder ihr Asia-Töpfchen.

Und für den Fall dass ich „meinen Einsatz verpasse“ liegt was zum Aufwischen bereit bzw. wird eben ihre Hose/Windel gewechselt. Es gibt gute Tage, an denen wir nur eine Windel brauchen und schlechte Tage, an denen ich (gefühlt) circa 15 Windeln in die Wäsche werfe. Je nach Stimmung und Zustand von uns beiden 🙂

Kurswochenende in Hamburg

Dieses Wochenende war es soweit: der Grundkurs Windelfrei-Coach fand in Hamburg statt. Wir waren 11 Teilnehmer (darunter auch ein Arzt) und wir lernten an diesen zwei Tagen sehr viel über medizinische Hintergründe, Studien, Evolutionsbiologie, windelfrei historisch betrachtet und weltweit, verschiedene Abhaltesituationen und -positionen und noch einiges mehr.

Was man eben so braucht als Coach. Auch der Erfahrungsaustausch kam dabei nicht zu kurz. Es war ein tolles Wochenende mit netten Teilnehmern und guten Kursleitern, die Stimmung war super und die Informationen reichlich. Jetzt müssen nur noch die Fragen für die Zertifizierung richtig beantwortet werden und dann kann es eigentlich losgehen!

🙂

Ich habe mich zum Kurs angemeldet!

Meine Schwägerin hat mich auf etwas aufmerksam gemacht: Am ersten Märzwochenende wird in Hamburg ein Ausbildungskurs zum Windelfrei-Coach angeboten. Nun stellt sich die Frage: Soll ich oder soll ich nicht? Bringt mich diese Ausbildung weiter oder ist es „reines Privatvergnügen“?

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Nach reichlichem Überlegen und Rücksprache mit meiner Schwägerin kommen wir zu dem Schluss, dass es nicht schaden kann und wir beide es einfach mal probieren. Also gut, Anmeldung ausfüllen und wegschicken, Kursgebühr überweisen und ein paar Tage später ist die Bestätigung da: ich bin zum Grundkurs Windelfrei-Coach angemeldet. Jetzt gibt es kein Zurück mehr!

Unsere Hebamme ist begeistert…

Bisher kannte unsere Hebamme „abhalten“ nur vom Hörensagen. Eine andere Hebamme hatte ihr mal erzählt, wie sie dies in einem Entwicklungsland (ich glaube irgendwo in Afrika) beobachtet hatte. Sie hatte sich gewundert, warum die Frauen nicht beschmutzt waren, obwohl sie stundenlang mit ihren nackten Babys in der Warteschlange standen, bis sie beim Arzt dran waren.

Irgendwann entdeckte sie, dass die Frauen von Zeit zu Zeit mit ihrem Baby aus der Reihe heraustraten, abseits gingen und es von sich abhielten, damit es sich erleichtern kann. Dann wurde kurz der Popo mit einem Blatt sauber gemacht und die Frau reihte sich wieder in die Schlange ein. So simpel wie effektiv!

Da dies in einem warmen Land bei einem sogenannten Naturvolk geschah, ging auch unsere Hebamme erstmal davon aus, dass dies in Hamburg nicht möglich wäre. Bis sie sah, wie ich unsere Tochter über der Badewanne abhielt, anstatt sie einfach nur zu wickeln. Während der Wochenbettbetreuung hatte sie mehrfach die Gelegenheit unsere kleinen Erfolge diesbezüglich mitzuerleben und sie war und ist begeistert! 🙂

Unsere Tochter ist auf der Welt!

Vor drei Tagen ist unsere Tochter zur Welt gekommen. Die Geburt hat wunderbar geklappt und wir sind überglücklich. 🙂

Auf der Säuglingsstation standen natürlich Plastikwindeln zur freien Verfügung. Uns wurde liebevoll der Umgang mit unserem Baby gezeigt und wie das nunmal so mit dem Windeln wechseln funktioniert. Sicher sind Plastikwindeln gerade im Krankenhaus das Praktischste was man sich vorstellen kann. Dennoch empfand ich dieses Plastikhöschen als sehr unangenehm – frisch oder benutzt – egal.

Gemeinsam mit unserer Hebamme benutzten wir die ersten zwei Tage noch ein paar Plastikwindeln, entschieden uns dann aber sehr schnell auf Stoffwindeln (italienische Schnürwindeln) zu wechseln. Als wir etwas routinierter im Umgang mit unserer Tochter wurden fingen wir an sie abzuhalten…

🙂   pschschsch – pschschsch – pschschsch   🙂

Wir werden es ausprobieren…

Hallo und herzlich willkommen! Heute starte ich meinen Blog zum Thema  „Windelfrei“!

Windelfrei??? Was ist denn das???

Windelfrei ist die liebevolle Alternative zum Vollzeitwickeln und fördert die Bindung zwischen Eltern und ihrem Baby. Windelfrei bedeutet mit seinem Baby von Anfang an über all seine Bedürfnisse zu kommunizieren. 

Windelfrei ist kein Töpfchentraining und auch keine Sauberkeitserziehung. Es geht nicht darum, dass ein Baby besonders früh trocken wird, allerdings ist dies häufig ein positiver Nebeneffekt von Windelfrei. Windelfrei bedeutet nicht, dass Babys grundsätzlich ohne Windeln aufgezogen werden. Windeln werden durchaus benutzt, nur nicht als „tragbare Toilette“ sondern lediglich als Sicherheit.

Windelfrei ist die Praxis des Eingehens auf die Ausscheidungsbedürfnisse von Babys und Kleinkindern. Und genau darum soll es in meinem Windelfrei-Blog gehen! Denn wir sind begeistert und selbst neugierig!

In den vergangenen Wochen erzählten uns meine Schwägerin und mein Schwager, dass sie versuchen wollen, ihr Kind windelfrei aufzuziehen. Windelfrei??? Was für eine verrückte Idee!!! Aber heute sahen wir zum ersten Mal wie das funktioniert! Und es klappt! Bei einem wenige Wochen alten Baby!

An dieser Stelle nochmals an euch zwei – oder besser drei – ganz lieben Dank für diesen wundervollen Tipp!

Grund genug einen Blog zu schreiben, um diese schöne Idee weiter in die Welt zu tragen!

🙂

Viel Spaß beim Lesen!

Ingrid Holscher

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