Archiv der Kategorie: Meine Erfahrungen

Windelfrei-Blog mit Kategorien

Hallo liebe Leser!

Vielen Dank für Euer liebes Feedback zu meinem Windelfrei-Blog! Eure Anregungen haben mich dazu gebracht, meinen Blog für Euch besser zu strukturieren. Ich habe für Euch alle Blogbeiträge nach Inhalt kategorisiert. Über die Sidebar könnt ihr nun sechs Blog-Kategorien auswählen:

und gelangt schnell zu allen bislang geschriebenen Inhalten zu dieser Kategorie. Auch habe ich (endlich) zu allen Beiträgen die Kommentarfunktion freigeschaltet. Ich freue mich auf jedes Feedback von Euch!  🙂

Liebe Grüße aus Hamburg!

Eure Ingrid

Kurzer Schrei

Küche, Abendessen am 23.9. Die Kleine ist bei meinem Mann auf dem Arm und schaut ein bißchen umher. Ganz ruhig. Sie hat als Backup eine Mullwindel an. Dann beginnt sie ihre Arme und Beine zu bewegen und stößt einen kurzen Quieklaut aus. Ich frage meinen Mann: „Gehst du mit ihr?“ Er schaut mich an und isst weiter. Kurz darauf sagt er: „Jetzt hat sie gerade gepieselt!“ Ich: „Sag ich doch!“ Verwunderter Blick von ihm. Ich: „Ich habe dich doch gerade gefragt!“ Er: „Ach das war ihr Signal?!?“. Dann fällt ihm ein, dass Remo Largo dieses Signal in seinem Buch „Babyjahre“ beschreibt. Wir schauen beide im Buch nochmal nach und finden das Zitat: „Kurz bevor ein Säugling den Darm oder die Blase entleert, bewegt er sich etwas mit Körper und Beinen und stößt gleichzeitig einen kurzen Schrei aus. Der Schrei und die Bewegung signalisieren der Umgebung, dass sich das Kind gleich entleeren wird.“ (Remo H. Largo, Babyjahre, 10. Auflage September 2012, Seite 253, Kapitel „Schreiverhalten“, Unterpunkt „Entleeren von Darm und Blase“).

Eine exakte Beschreibung der Szene in unserer Küche. Die Kleine hat genau so kommuniziert, genau wie Remo Largo es beschreibt. 🙂

Es blubbert

5.11.2015:

Kleine Anekdote des Tages: Ich räume etwas weg als es plötzlich ruhig wird… Mein 11 Wochen altes Baby liegt ganz still und unbeweglich auf der Decke am Boden, mit starrem, verklärtem Blick an die Zimmerdecke. Da blubbert es in der Mullwindel! Ich schnappe mir die Kleine, gehe mit ihr zum Wickeltisch und mache die Windel auf: sie enthält seit ihrer Geburt zum dritten mal eine kleine braune Ladung. Vorsichtig nehme ich mein Baby hoch, gehe zum Waschbecken und bringe sie in Abhalteposition. Und schon geht’s los! Es folgen zwei ordentliche Ladungen Stuhl.

Toilette Hansapark

Mein Fazit: Erstens: wenn es plötzlich still wird kann man mal schauen was los ist, zweitens: Blubbern bedeutet noch dringender als Pupsen, dass ein Baby mal muss und drittens: auch wenn eine Kleinigkeit schon ins Back-Up gegangen ist, lohnt es sich das Baby abzuhalten! Das große Geschäft kommt oft in mehreren Schüben!

Früher Start

Am ersten Abend nach der Geburt im Krankenhaus war die Kleine auf einmal ziemlich unruhig. Sie wollte nicht gestillt werden, konnte aber auch nicht einschlafen. Sie ließ sich durch nichts beruhigen, auch tragen half nicht. Daher nahm ich sie und hielt sie zum ersten Mal ab. Zack! Mekonium ab ins Töpfchen (das ich vorsichtshalber in die Klinik mitgenommen hatte). Okay, dann haben wir nun also schon an ihrem ersten Lebenstag begonnen mit der Ausscheidungskommunikation 🙂 Ich freu mich drauf!

Klogespräche

Am Wochenende waren wir auf der Travemünder Woche. Als unsere Tochter (2 Jahre, 7 Monate) sagte, dass sie mal Pippi muss gingen wir zu den öffentlichen Toiletten. Dort hatte ich zwei unterschiedliche Erlebnisse:

1. Ich wurde in der Schlange der Anstehenden nett gefragt, ob ich mit dem Kind vor gehen möchte. Ich habe daraufhin meine Tochter gefragt, ob sie noch warten kann und als sie dies bejahte das Angebot dankend abgelehnt.

2. Als wir schließlich auf der Toilette waren hörte ich aus einer Nachbarkabine folgendes Gespräch: Kind: „ich muss auch mal Pippi“. Mutter: „Du hast eine Windel an, mach da rein“. Meine Gedanken: „???? Das Kind sagt, dass es muss, steht direkt neben einer Toilette und DARF in die Windel machen???“ Ich habe Mutter und Kind hinterher beim Hände waschen gesehen, das Mädchen war sicher schon mindestens 3 Jahre alt und die Windel wurde nicht gewechselt. Die zwei gingen danach zurück zu einer Gruppe, die auf sie wartete.

Ich finde es erstaunlich, wie unterschiedlich Leute auf Kinder in Bezug auf ihr Ausscheidungsbedürfnis eingehen. Einerseits werde ich bei Bedarf vorgelassen, damit das Kind sein Geschäft noch rechtzeitig erledigen kann. Andererseits wird einem Kind eben dies verweigert, obwohl es das klar und eindeutig kommuniziert hat. Vielleicht hatte die Frau aus der zweiten Situation einen schlechten Tag oder das Kind sagt das häufiger einfach so. Ich habe ja nur eine kurze Momentaufnahme mitbekommen und kenne die Frau und das Kind nicht. Aber wenn ein Kind von sich aus die Bereitschaft zeigt aufs Klo zu gehen und ihm dies nicht gewährt wird, so ist das meiner Meinung nach eine vergeudete Chance.

Resümee nach zwei Jahren Windelfrei

Vor über einem Jahr beschrieb ich in „Ein Jahr Eliminication – ein Rückblick“ wie unsere Erfahrungen bis dahin mit windelfrei waren. Um es nochmal ganz kurz zusammen zu fassen: es war ein auf und ab, mal besser, mal schlechter und wir hatten glücklicherweise keinen Streik. Das Abhalten war für uns ein ganz normaler Teil unseres Lebens mit Kleinkind geworden (so wie wickeln für andere Leute).

Im Laufe des zweiten Windelfrei-Jahres änderten sich sowohl die Ausscheidungshäufigkeit (wird netterweise weniger) als auch die Signale.

Neue Zeichen, die hinzukamen bzw. die bisherigen ersetzten:

  • in den Schritt fassen
  • Beine zusammen klemmen
  • auf der Stelle tippeln
  • Pipi oder Kaka sagen

Nachts wurde das Stillen und somit auch das Pieseln weniger. Teilweise musste sie nachts gar nicht mehr aufs Klo, auch wenn sie mehrfach trank. Manchmal zeigte sie nur durch Unruhe an, manchmal durch Hinsetzen und ab und zu auch durch Pipi sagen. Es gab aber auch einige wenige Nächte, in denen wir beide ihr Bedürfnis komplett verschliefen und leider am nächsten Morgen die Bettwäsche zu wechseln war.

Mit ca. 1,5 Jahren war sie bereits zu 80% trocken. Dann starteten wir mit der Eingewöhnung in die Krippe. Dass dies einen Einfluss auf das Ausscheidungsverhalten unserer Tocher haben könnte war uns bewußt. Allerdings waren wir schon enttäuscht, dass es uns gefühlt um 3 Schritte zurück warf. Anfangs probierten die Erzieher, sie mit Stoffwindeln zu wickeln und sie nach Standardsituationen abzuhalten und sie fragten die Kleine auch regelmäßig, ob sie mal müsse. Eine Zeitlang funktionierte es mäßig bis gut und auch sogar mal so gut, dass sie nur eine normale Unterhose anstelle einer Windel trug. Und dann auf einmal ging buchstäblich jedes Pipi wieder in die Hose. Auch daheim. Sie sagte oft erst Bescheid wenn schon alles nass war.

Das große Geschäft („Kacka“) zeigte sie zum Glück weiterhin zuverlässig an. Das war aber auch die gesamte Zeit seit Geburt bis ins zweite Lebensjahr hinein nie ein großes Thema. Nach 2 Jahren und 4 Monaten hatten wir genau 5 Unfälle in denen das große Geschäft in die Büx ging (feuchte Muttermilch-Pupse zählen nicht dazu).

Wir mussten uns wegen der Kita was einfallem lassen! Leider ist der Betreuungsschlüssel in Hamburger Kitas nicht besonders gut. In unserer Kita kommen im Krippenbereich 14 Kinder auf 2 Erzieher. Manchmal ist noch ein Praktikant dabei, manchmal sind ein paar Kinder krank und manchmal sind es während der Übergangsphase von der Krippe in den Elementarbereich sogar noch mehr Kinder pro Gruppe. Also einigten wir uns mit den Erzieherinnen darauf, dass sie unserem Mädchen dort eine normale Wegwerfwindel anziehen und ihr parallel dazu aber weiter die Toilette anbieten. Das klappte gut und nahm bei allen Beteiligten den Druck raus. Unsere Kleine nahm manchmal das Angebot an und manchmal waren die Erzieher dankbar über die Windel als BackUp! Nach einer zweiwöchigen „Wischen-Waschen-Lächeln-Phase“ sagte sie dann daheim auch wieder rechtzeitig Bescheid. Wenn ich unsere Kleine nun also aus der Kita abhole, wechsele ich von Windel auf Unterhose und die Windelfreiheit geht weiter.

Unsere Kleine ist mit 2 Jahren und 4 Monaten trocken. Dennoch haben wir immer eine Garnitur Ersatzklamotten mit dabei, wenn wir unterwegs sind. Aber wir können ihr vertrauen. Nur in besonderen Situationen, in denen sie stark abgelenkt ist oder das Umfeld noch nicht so kennt wie z.B. Spielplatz, Geburtstagsfeier oder bei Freunden zu Besuch, haben wir immer noch ein besonderes Auge auf ihre Gesten und fragen sie, ob sie mal Pipi muss – ansonsten macht sie die Ansage!

Streik, Pause, Phase oder Ende?

Seit zwei Wochen klappt es mit windelfrei immer weniger. Anfangs wollte sie in der Kita noch die Windel gegen ihre Unterhose tauschen weil die „Windel piekst“, inzwischen fordert sie beim Abholen eine neue Windel. Daheim sagte sie manchmal noch rechtzeitig Pipi, wollte dann aber nicht aufs Klo gehen. Wenigstens das große Geschäft und nachts funktionierte noch weiterhin.

Nachts ist es nun auch vorbei. Sie meldet sich nicht mehr. Ich wache irgendwann auf und stelle fest, dass Bett und Klamotten nass sind, das Kind schläft seelenruhig. „EsistnureinePhase-esistnureinePhase-esistnureinePhase…“ :-/

Alleine

Oktober 2014: Die Kleine ist jetzt 22 Monate alt. Daheim springt sie am liebsten ohne Höschen rum. Wenn es nicht zu kalt ist, darf sie das. Und heute wurde ich dafür belohnt. Ich räume gerade auf als es auf einmal ganz ruhig ist. Manchmal ist das ein Zeichen dafür, dass sie was „anstellt“. Als ich mich vorsichtig in ihre Nähe schleiche, sehe ich sie auf ihrem Töpfchen sitzen. Sie hat es sich alleine genommen, ein Buch ausgesucht und es sich gemütlich gemacht. Nach erledigtem Pipi sieht sie mich freudestrahlend an, steht auf, nimmt den Einsatz raus und entleert diesen in die Toilette.

Ach ist das schön, wenn das so klappt 🙂

 

Morgens, mittags, abends

Wie läuft eigentlich so ein Tag im Leben eines Windelfrei-Kindes (20 Monate alt)  hinsichtlich der Ausscheidungshäufigkeit ab?

Morgens: Nach dem Aufstehen ist eine Standardsituation. Ob unsere Tochter nun von alleine aufwacht oder ob sie von uns geweckt wird – nach einigen Minuten muss sie mal Pipi. Da sie in der Früh allerdings oft noch recht verschlafen ist, warten wir nicht ab bis sie sich selber meldet (das ging schon ein paar Mal daneben), sondern gehen mit ihr zum Töpfchen und sagen ihr, dass sie jetzt Pipi machen kann. Da kommt dann die erste Ladung, oft auch gleich begleitet vom großen Geschäft. Vormittags macht sie noch relativ häufig. Es kann gut sein, dass sie bereits 10-20 Minuten später wieder pieseln muss.

Mittags: Unsere Tochter hält noch einen ca. 2 stündigen Mittagsschlaf. Wenn sie aufwacht muss sie auch wieder Pipi. Im Laufe des Nachmittags muss sie dann nicht mehr so oft aufs Klo. Manchmal vergehen sogar fast 3 Stunden ohne Toilettengang. Es kommt aber auch darauf an wieviel sie trinkt und isst und wie das Wetter ist (bei Hitze seltener). Es kann auch sein, dass sie 3 Mal im 15 Minuten-Abstand pieschert und dann 2 Stunden gar nicht.

Abends: Gegen Abend besteht die Gefahr, dass ich nachlässig werde und ihre Signale manchmal nicht wahrnehme oder „vergesse“, dass ich ein Windelfrei-Kind habe. Sie muss nicht so häufig, was mich total entspannt und mich dann wundert, wenn das Kind „plötzlich“ quengelt. Das kann zu Pfützen führen :-). Nach dem Abendessen bzw. vor dem Ins-Bett-Gehen besuchen wir nochmal gemeinsam das Klo. Ich setze mich auf die Toilette, sie sich auf ihr Töpfchen davor. Und dann wird im Duett gepinkelt. Meist macht sie nachmittags oder abends nochmal ein großes Geschäft.

Und dann kommt die Nacht, aber das ist ein anderes Thema 🙂