Archiv der Kategorie: Meine Erfahrungen

Alter Schwede? Neuer Schwede?

Ist windelfrei nur etwas für den Urwald?

Lässt sich windelfrei in Deutschland oder Europa überhaupt umsetzen? Na logo! Und wie! Warum denn auch nicht!? Wurde vor wenigen Jahrzehnten sogar noch gemacht. Wegwerfwindeln gibt es in Deutschland erst seit 1973 und Stoffwindeln gibt es auch erst seit ca. 200 Jahren. Zudem zeigen zahlreiche Foren und Facebook-Gruppen, dass windelfrei Alter Schwede? Neuer Schwede? weiterlesen

Was hat windelfrei mit Senioren zu tun?

Mein Elternhaus

Freitag Abend bin ich nach Hamburg zurück gekommen. Ich war mit meiner kleinen Tochter eine Woche bei meinen Eltern in Süddeutschland (ja, nur mit einem Kind, das andere war daheim beim Papa). Allerdings nicht um Urlaub zu machen, sondern um meinen Eltern zu helfen. Es war schwer für mich meine Eltern so zu sehen. So hilfsbedürftig und kraftlos. Vor allem meine Mutter, die früher richtig fit war, regelmäßig Fahrrad gefahren und geschwommen ist. Und nun ist sie teilweise inkontinent und füllt in 2 Wochen eine kleine Restmülltonne mit Windeln. Da habe ich mich (und dann natürlich meine Eltern) gefragt: Wie war das mit den Windeln eigentlich als ich ein Baby war? Was hat windelfrei mit Senioren zu tun? weiterlesen

Exotisch? Öko? Normal? Logisch? Ein Rückblick

Heute hat unsere große Tochter Geburtstag. Vor 5 Jahren haben wir also das „Projekt Windelfrei“ gestartet und sie das erste Mal abgehalten. Wir wussten nicht genau wie es geht, hatten nicht viel Ahnung von Zeichen, geschweige denn von Timing und haben es trotzdem einfach probiert. Irgendwie verrückt, aber im Rückblick total schön und für uns logisch. Heute möchte ich euch ein paar meiner Gedanken mitteilen, wie windelfrei in der Gesellschaft oder von uns selbst wahrgenommen wird. Exotisch? Öko? Normal? Logisch? Ein Rückblick weiterlesen

Ich hab dafür keine Zeit!

In Zusammenhang mit Windelfrei werde ich oft zum Thema Zeit bzw. Zeitaufwand gefragt. Sehr viele Leute denken, dass man sehr viel Zeit braucht um windelfrei zu machen und es daher im Alltag nicht umsetzbar ist. Man müsse die ganze Zeit das Baby beobachten oder permanent wischen und dauernd Wäsche waschen – das sind die gängigsten Meinungen.

In einem Interview mit Sarah Schmid (6-fache Mutter, Ärztin, Autorin von „Alleingeburt“) antwortet diese Ich hab dafür keine Zeit! weiterlesen

Neues Signalwort

Bereits seit einiger Zeit hat unser kleines Mädchen ein neues Signalwort. „Pupst“. Das sagt sie einfach so und schaut einen an. Manchmal grinst sie dazu auch und ab und zu fasst sie sich zusätzlich dazu in den Schritt (à la Michael Jackson). Wenn wir sie daraufhin fragen ob sie mal auf die Toilette muss sagt sie meist ja und geht dann vor. Selten antwortet sie mit „nein“, dann muss sie auch nicht.

Wie sie auf dieses Wort kam war für uns schnell beantwortet. Wenn sie gepupst hatte (was auch oft ein Zeichen für ein kommendes Geschäft sein kann), sagten wir in der Vergangenheit zu ihr „Du hast gepupst. Muss du auf die Toilette/mal Pipi?“. Sie hat das ganze reduziert auf „pupst“. Da es bei windelfrei um Kommunikation geht ist dies eben ihr Mittel bzw. Wort der Wahl um uns mitzuteilen wenn sie mal muss. 🙂

Windelfrei und Gebärdensprache

Babys kommunizieren von Anfang an – über Körpersprache, Mimik, Gestik und Laute. Je älter sie werden, desto mehr erweitern sie ihr Repertoire. Ab ca. 8 Monaten sind sie in der Lage Zeichensprache zu benutzen, wenn man diese regelmäßig im Zusammenleben mit seinem Baby anwendet. Ich habe mit meiner kleinen Tochter einen Babygebärdenkurs besucht als sie 8 Monate alt war. Wir trafen uns mit der Kursleiterin und den anderen Babys ein Mal pro Woche für sechs Termine, in denen wir insgesamt ca. 60 Gebärden lernten. Unter den Gebärden waren ein paar Tiere (Hund, Hase, Katze, Vogel), aber auch Gebärden für Alltagssituationen wie essen, trinken oder schlafen, heiß, kalt oder müde. Auf Anfrage zeigte uns die Kursleiterin auch die Zeichen für Toilette, Pipi, großes Geschäft und Windel.

baby-390555_1280

Hat Zeichensprache einen Einfluss auf die Sprachentwicklung?

Viele Eltern glauben, dass Zeichensprache mit Kindern deren Sprachentwicklung hemmt. Windelfrei und Gebärdensprache weiterlesen

Watt? Würmer?

Es gibt Muttermilchstuhl, der gelblich-braun und flüssig ist oder auch mal leicht grünlich und schaumig (oft wenn das Zahnen beginnt). Und es gibt welchen, der aussieht wie Wattwürmer. Hier mal ein Foto von Wattwürmern:

image

Von der Form her sah der Muttermilchstuhl unserer kleinen Tochter Anfang Oktober ein paar Mal so aus. Bisher kannten wir das so gar nicht. Im Vergleich zu ihrer großen Schwester gibt es in Bezug auf das große Geschäft auch weitere Unterschiede. Unsere ältere Tochter entleerte sich täglich 1-5 Mal und jedes Mal auch recht schnell, die kleine ist momentan bei alle 1-4 Tage einmal. Und tut sich dabei recht schwer. Wir stehen schon gut und gerne 5-10 Minuten mit ihr in der Abhalteposition, bis alles raus ist. Und bereits Tage vorher kündigt sich die nächste Ladung durch Pupsen an, das heftiger wird, je näher der Ausscheidungstermin rückt. Naja, jedes Kind ist eben anders 🙂

Windelfrei mit mobil werdendem Baby

Baby Nummer 2 wird von Tag zu Tag mobiler. Sie ist nun bereits 10 Monate alt und hangelt sich seitlich laufend an Regalen und niedrigen Tischen entlang. Im Alter von fünfeinhalb Monaten begann sie mit dem Krabbeln und ab diesem Zeitpunkt wurde windelfrei für uns Eltern anspruchsvoller. Warum? Weil ihre bisherigen Zeichen verschwanden bzw. sich veränderten. Ein Zappeln war nun oft ein Krabbelstart. Die Motivation, sich irgendwohin zu bewegen ließ keinen Platz für „ich muss mal“-Anzeigen. Aber deswegen aufhören? Nein, warum denn auch. Es bedeutet allerdings für uns Eltern eine Umstellung. Standardsituationen wie z.B. nach dem Aufwachen nutzen und nach Timing und Gefühl gehen hilft uns hier. Außerdem offen bleiben für neue Zeichen. Und entspannt bleiben! Wenn mal etwas daneben geht ist das eben so. Laufen lernt sie ja auch nicht an einem Tag.IMG_6710

Wo führt das hin…

Kinder merken von Geburt an wenn sie mal müssen und die allermeisten zeigen dies auch auf ihre eigene Art und Weise an. Dein Baby weiß wie es geht!

„Babys kommunizieren von Anfang an!“

Wenn man diese Signale nicht ignoriert, sondern auf sie eingeht, kann das Kind sich seiner Ausscheidungen bewusst bleiben.

„Trocken bleiben – statt trocken werden!“

Wird jedoch nicht angemessen auf die Zeichen des Kindes eingegangen, so hört es meist nach einiger Zeit (ca. 3-4 Monaten) damit auf mit diesen Signalen und Zeichen zu kommunizieren. Hinzu kommt, dass Dank der modernen, immer saugfähigeren Windeln ein Baby kaum noch bemerkt wenn es ausscheidet. Beides führt dazu, dass später das „trocken werden“ dem Kind oft schwer fällt, weil die Verknüpfung zwischen Pipi machen und nass werden komplett fehlt und das Kind diese Erfahrung über die Monate hinweg verlernt hat. Das Bewusstsein für die Ausscheidungen muss neu erlernt werden.

Nachdenklich macht mich in diesem Zusammenhang das Produktangebot eines namhaften Plastikwindelherstellers, der mit Windeln wirbt, die anscheinend für Kinder bis zu 12 Jahren geeignet sein sollen. Wo führt das hin…