Windelfrei Blog

Die praktischste Erfindung der Welt

Ein Baby-Schlafsack aus Schurwoll-Frottee ist ein gutes Windelfrei-Accessoire für die Nacht. Da unsere Kleine Stoffwindeln ohne Überhose trägt ist der Schlafsack die wasserabweisende „Sicherung“, wenn sie nachts mal muss und wir es verschlafen (eine tolle Eigenschaft von Wolle).

Und wenn wir es mitbekommen, dass sie mal muss, so hat der Schlafsack am Fußende einen großen Reißverschluss, der ein schnelles Abhalten ermöglicht. Wir haben uns für ein ungefüttertes Modell entschieden, das ganzjährig verwendet werden kann. Er ist schön dünn und leicht, das ist super wenn man verreist.

Die cleverste Erfindung der Welt!

Auch wieder aus dem Bereich der Bekleidung ist die Erfindung der sogenannten kiddylegs. Eigentlich ganz simpel und leicht zu beschreiben: Ministulpen für Babys.

Kiddylegs

Helfen tagsüber das Baby warmzuhalten wenn man es untenrum frei auf dem Boden (auf einer Decke, Handtuch, Isomatte o.ä.) strampeln lässt. Und nachts sind sie eine tolle Ergänzung zur Stoffwindel: die Beine bleiben warm und man muss weniger ausziehen wenn man sein Kind abhält.

Die beste Erfindung der Welt!

Es gibt definitiv Dinge, die das windelfrei-Leben leichter machen. Gute Kleidung ist ein wichtiger Punkt. Und hier haben wir eindeutig einen Favoriten: die Latz-Splitpant „Wollaspa“ aus Wollwalkstoff.

Da wir die Hose in braun haben heißt sie bei uns nur „die Bärenhose“. Wollwalk ist von natur aus wasserabweisend und verzeiht daher auch kleine Pannen. In den mit Druckknöpfen versehenen, komplett abnehmbaren Vorlagenhalter legen wir immer eine Mullwindel ein, die notfalls schnell und leicht gewechselt werden kann. Was uns an dieser Hose aber besonders gut gefällt (außer, dass sie niedlich aussieht) ist, dass man sein Kind zum abhalten nicht erst ablegen muss um es auszuziehen, sondern die Hose öffnen und schließen kann wenn man das Baby auf dem Arm hält. Das hilft ungemein, wenn z.B. in einer Gaststätte nur kleine Toiletten sind und kein Wickeltisch vorhanden ist.

Kurswochenende in Hamburg

Dieses Wochenende war es soweit: der Grundkurs Windelfrei-Coach fand in Hamburg statt. Wir waren 11 Teilnehmer (darunter auch ein Arzt) und wir lernten an diesen zwei Tagen sehr viel über medizinische Hintergründe, Studien, Evolutionsbiologie, windelfrei historisch betrachtet und weltweit, verschiedene Abhaltesituationen und -positionen und noch einiges mehr.

Was man eben so braucht als Coach. Auch der Erfahrungsaustausch kam dabei nicht zu kurz. Es war ein tolles Wochenende mit netten Teilnehmern und guten Kursleitern, die Stimmung war super und die Informationen reichlich. Jetzt müssen nur noch die Fragen für die Zertifizierung richtig beantwortet werden und dann kann es eigentlich losgehen!

🙂

Ich habe mich zum Kurs angemeldet!

Meine Schwägerin hat mich auf etwas aufmerksam gemacht: Am ersten Märzwochenende wird in Hamburg ein Ausbildungskurs zum Windelfrei-Coach angeboten. Nun stellt sich die Frage: Soll ich oder soll ich nicht? Bringt mich diese Ausbildung weiter oder ist es „reines Privatvergnügen“?

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Nach reichlichem Überlegen und Rücksprache mit meiner Schwägerin kommen wir zu dem Schluss, dass es nicht schaden kann und wir beide es einfach mal probieren. Also gut, Anmeldung ausfüllen und wegschicken, Kursgebühr überweisen und ein paar Tage später ist die Bestätigung da: ich bin zum Grundkurs Windelfrei-Coach angemeldet. Jetzt gibt es kein Zurück mehr!

Unsere Hebamme ist begeistert…

Bisher kannte unsere Hebamme „abhalten“ nur vom Hörensagen. Eine andere Hebamme hatte ihr mal erzählt, wie sie dies in einem Entwicklungsland (ich glaube irgendwo in Afrika) beobachtet hatte. Sie hatte sich gewundert, warum die Frauen nicht beschmutzt waren, obwohl sie stundenlang mit ihren nackten Babys in der Warteschlange standen, bis sie beim Arzt dran waren.

Irgendwann entdeckte sie, dass die Frauen von Zeit zu Zeit mit ihrem Baby aus der Reihe heraustraten, abseits gingen und es von sich abhielten, damit es sich erleichtern kann. Dann wurde kurz der Popo mit einem Blatt sauber gemacht und die Frau reihte sich wieder in die Schlange ein. So simpel wie effektiv!

Da dies in einem warmen Land bei einem sogenannten Naturvolk geschah, ging auch unsere Hebamme erstmal davon aus, dass dies in Hamburg nicht möglich wäre. Bis sie sah, wie ich unsere Tochter über der Badewanne abhielt, anstatt sie einfach nur zu wickeln. Während der Wochenbettbetreuung hatte sie mehrfach die Gelegenheit unsere kleinen Erfolge diesbezüglich mitzuerleben und sie war und ist begeistert! 🙂

Wir haben uns organisiert…

Schon Wochen vor der Geburt hat mein Mann eine tiptop Wickelauflage über unsere Waschmaschine im Bad montiert. Zusammen mit einer maßgeschneiderten, mit weißem Kunstleder bezogenen, Schaumstoffauflage ein super Platz, um unseren kleinen Sonnenschein zu wickeln.

Wie Ihr ja schon wisst, entschieden wir uns schnell für Stoffwindeln. Wir starteten mit italienischen Bindewindeln, die – mit etwas Übung – kinderleicht zum Anlegen sind. In die Windel kann man noch eine saugfähige Einlage legen und eventuell darauf noch ein Vlies (sieht aus wie ein Blatt Küchenpapier). Der Vorteil dieser Bindewindeln ist, dass sie „größen-los“ sind, also mitwachsen. Anfangs klappt man noch den oberen Rand ziemlich weit um, später kann man darauf verzichten. Dazu fördern sie sehr gut die Anhock-Spreiz-Haltung von Babys.

Etwas später haben wir uns noch ein paar Exemplare besorgt, die mit Klettverschluss links und rechts verschlossen und geöffnet werden können. Das System ist das gleiche wie bei den Plastikwindeln, nur landen unsere nicht etwa im Müll und stinken vor sich hin, sondern werden entweder kurz per Hand ausgewaschen oder landen in der Wäsche.

Da wir windelfrei praktizieren landet so gut wie NIE das große Geschäft in der Windel. Bedenken richtig volle Stoffwindeln in die Wäsche geben zu müssen braucht man eher nicht zu haben. Es ist eine sehr saubere Angelegenheit. Stoffwindeln sind mittlerweile eher BackUp als ein Auffangbiotop um den Po unserer Tochter.

Wochenbett, es klappt ganz gut!

Es ist wirklich erstaunlich – das mit dem Abhalten funktioniert bereits im Wochenbett ganz gut! Die letzten Wochen waren wir zu Hause die ganze Zeit zu dritt (leider ist der Urlaub von meinem Mann nun vorbei) und konnten uns sehr gut auf unsere Tochter konzentrieren.

Wir probierten herauszufinden, was wohl ihre Anzeichen sind mal zu müssen.  Ein Räkeln, ein Knöttern, den Rücken überstrecken… Alles mögliche kam in Betracht, noch dazu recherchierten wir, dass sich auch die Anzeichen ändern können… So vertrauten wir auf unser Gefühl und das Timing. Letzteres entwickelte sich bald als sehr guter Indikator die Kleine mal wieder abzuhalten. Und es klappt! Ein wenige Wochen altes Baby pieselt, wenn man es in der Abhalte-Stellung hält, den Schlüssellaut macht und natürlich den Zeitpunkt gut erwischt hat.

Aber Timing hin oder her – wir meinen auch schon beobachtet zu haben, dass unsere vier Wochen alte Tochter ihr Pippi anhält und sie erst beim Schlüssellaut ihre Blase entleert. Anders ist wohl auch nicht der durchaus starke Strahl und ihr erleichtertes Gesicht danach zu erklären. Wir sind… Quatsch! Wir bleiben begeistert!

🙂

Unsere Tochter ist auf der Welt!

Vor drei Tagen ist unsere Tochter zur Welt gekommen. Die Geburt hat wunderbar geklappt und wir sind überglücklich. 🙂

Auf der Säuglingsstation standen natürlich Plastikwindeln zur freien Verfügung. Uns wurde liebevoll der Umgang mit unserem Baby gezeigt und wie das nunmal so mit dem Windeln wechseln funktioniert. Sicher sind Plastikwindeln gerade im Krankenhaus das Praktischste was man sich vorstellen kann. Dennoch empfand ich dieses Plastikhöschen als sehr unangenehm – frisch oder benutzt – egal.

Gemeinsam mit unserer Hebamme benutzten wir die ersten zwei Tage noch ein paar Plastikwindeln, entschieden uns dann aber sehr schnell auf Stoffwindeln (italienische Schnürwindeln) zu wechseln. Als wir etwas routinierter im Umgang mit unserer Tochter wurden fingen wir an sie abzuhalten…

🙂   pschschsch – pschschsch – pschschsch   🙂